Es war der 06.07.2026, ein Montag. Ich kam wie immer gegen 15:00 Uhr ins Tierheim und spürte gleich eine gewisse Aufregung. Es wurde nach einem Tierarzt telefoniert, warum? Ein Kitten wurde gebracht, gefunden in einem Gebüsch mit Fliegeneiern übersät. Bereits hatten sich Maden den Weg in den kleinen Körper gebahnt. Mit einigen Einläufen hat man versucht die Maden heraus zu spülen. Es war furchtbar so etwas zu sehen. Tierarzt gefunden und gleich wurde das kleine Würmchen hingebracht und mit einem Medikament zur Abtötung der Parasiten versorgt. So winzig, höchstens 2 Tage alt, wer soll sich drum kümmern? Instinktiv habe ich gesagt, ich kann es mitnehmen und mich kümmern. Und so bin ich mit einem winzigen Kätzchen nach Hause gefahren. In einer Box mit SnuggleSafe, der lange Zeit Wärme abgibt, und in weiche Tücher gehüllt, da lag er, der kleine Wicht. 131g noch mit der Nabelschnur dran. Alle 2h hat er wenige Tröpfchen Milch zu sich genommen. Es war nur geleckt, was ich ins Mäulchen gedrückt habe. Um Mitternacht kamen nochmal zwei lebende Maden. Schnell hat der Wichtel, wie ich ihn genannt habe, gelernt, dass er saugen muss. Aus 2ml wurden schnell 5ml. Doch wo bleibt das Kacka? Haben die Maden den Darm angegriffen? Immer wieder habe ich das Bäuchlein massiert. Der Kot darf nicht hart werden, sonst bekommt er ihn nicht raus. Etwas Milchzucker in die Milch. Nach vier Tagen der erste Kot, Gott sei Dank. Und so ging es die erste Zeit weiter. Getrunken hat er gut, gebullert auch. Nur der Kotabsatz war nicht regelmäßig. Dass der Kot ja nicht zu hart wird war meine größte Sorge. Den kleinen Popo regelmäßig mit Hanfsalbe eingecremt. Die Haut soll schön weich und dehnbar sein. Alle 2h habe ich ihn eingecremt. Irgendwie lief ich nach Tage vollkommen müde herum. Aber der kleine Wichtel verzauberte mich. Um das eine Auge herum ist schwarzes Fell, er sieht aus wie ein Pandabärchen. Jetzt ist der Name fest „Wichtel Panda“. Die Tage vergingen, nach acht Tagen beginnt sich das rechte Auge zu öffnen. Er wird lebhafter, klettert in seiner Box immer ganz nach oben, als wöllte er raus krabbeln. Inzwischen säuft er gut 10ml. Der Kotabsatz ist nicht optimal, aber doch etwas regelmäßiger. Keiner hat es am Anfang gesagt, aber viele haben es gedacht „Der überlebt die Nacht nicht“. Er hat überlebt, die erste, die zweite, die dritte…
Nach 14 Tagen zieht er in die nächst größere Box, er will raus. Naja, ich habe ihn dann immer bissl rumgetragen. So klein und schnurren kann er, er will Kontakt. Es brechen die ersten Milchzähnchen durch. Er trinkt gut, pullert gut, Kacka naja…. Irgendwie denke ich, er ist übern Berg. Du bist ein ganz hübscher! Er entwickelt sich prächtig, nur bräuchte er Kontakt zu Artgenossen. Im Tierheim ist noch ein Fundkätzchen im gleichen Alter. Er ist soweit stabil, ich kann ihn ins Tierheim bringen. Aber da ist doch die Sache mit dem Kacka. Eigentlich möchte ich ihn weiter beobachten, ich kann ihn ganztags betreuen. Und so war der Entschluss gefasst, ich hole das andere Kätzchen, den kleinen Joschi zu mir. Das war aufregend, der 04.08.2026, die zwei sind sich begegnet und null Reaktion, so als wäre der andere ein Plüschtier. Huch, das hat sich bewegt und schwupps, als wären sie schon immer zusammen. Laufen hintereinander her und sind immer zusammen unterwegs. Da Joschi schon Milchbrei aus dem Schälchen fressen kann, muss Wichtel das ganz schnell lernen. Es war zum Schmunzeln! Wichtel ist mit der ganzen Schnauze inklusive Nase eingetaucht, geschüttelt, überall klebt Milchbrei. Herrlich, innerhalb eines Tages hat er es kapiert wie man lecken muss. So ein toller Wichtel. Es fühlte sich an wie Mutterstolz. Da muss ich gleich erwähnen, dass beide von Urbeginn an sauber sind und das Katzenklo nutzen. Es gab nur wenige Pipiflecken. Bemerkenswert, wie solch kleine Wesen alles instinktiv richtig machen. Ich bin froh, dass ich so entschieden und den Joschi dazu geholt habe. Die zwei sind unzertrennlich, balgen sich wie Katzenkinder und schlafen zusammen eingerollt. Natürlich wachsen sie behütet auf, ich sage immer „meine beiden Königskinder“.
Inzwischen sind einige Wochen vergangen, die zwei sind jetzt 12 Wochen alt. Und alles läuft super. Der Wichtel Panda wurde tierärztlich untersucht und sein Kotverhalten ist in Ordnung. Da haben wir echt Glück gehabt. Die Zwei erkunden mit großer Neugier ihre Umwelt. Egal wo sich etwas bewegt oder raschelt, da sind sie. Jede Ecke wird erkundet. Auch das, was gefährlich werden kann. Die Gießkanne, der Geschirrspüler, Waschmaschine und Kabel werden gerne untersucht. Alles was Wichtel Panda und Joschi jetzt noch fehlt ist ein ganz liebevolles Zuhause mit verantwortungsbewussten Menschen! Sie werden nur GEMEINSAM ! vermittelt.
Die beiden befinden sich nicht im Tierheim, sondern bei ihrer Pflegemama, die sie aufgezogen hat. Kontakt über Tierheim Plauen Tel. 03741-431349 oder die Pflegemama Tel. 01716244436